Kampagnen-Seite "Ich bin NICHT behindert, ich WERDE behindert!" des SoVD - Sozialverband Deutschland e.V. - Landesverband Niedersachsen e.V.

Unsere Forderungen

In Niedersachsen leben rund 1,4 Millionen behinderte Menschen. Davon sind fast 800.000 als Schwerbehinderte anerkannt. Verschiedenste Barrieren behindern diese Menschen an der mit Nichtbehinderten gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft.

Für den SoVD ist die gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Männern, Frauen und Kindern in allen Lebensbereichen und auf allen gesellschaftlichen Ebenen unverrückbare Zielsetzung und der Einsatz hierfür ständige Aufgabe. Mit dieser landesweiten Kampagne setzen wir uns dafür ein, dass Menschen mit Behinderung zukünftig weniger behindert werden.

Damit das gelingt, müssen die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) verbindlich umgesetzt werden. Die Politik wird ihrer staatlichen Verpflichtung zur Verwirklichung der Menschenrechte behinderter Menschen für das Land jedoch bisher nicht gerecht. Es mangelt sowohl an konkreten Zielen, als auch an einer zielführenden Maßnahmenplanung. Wegen genereller Finanzierungsvorbehalte droht eine „Gewährung von Menschenrechten für behinderte Menschen nach Kassenlage“.

Dafür setzen wir uns ein:

1. Inklusion verwirklichen

Inzwischen gibt es einen Aktionsplan für ein barrierefreies Niedersachsen, an dem auch der SoVD mitgearbeitet hat. Damit ist eine wichtige Arbeitsgrundlage zur Umsetzung der UN-BRK geschaffen. Das Problem: Sofern Maßnahmen etwas kosten, sollen sie nur umgesetzt werden, soweit Haushaltsmittel dafür zur Verfügung stehen.

Der SoVD fordert:

  • bedarfsdeckende finanzielle Mittel zur Umsetzung des Aktionsplanes
  • Weiterführung und Fortschreibung des Aktionsplanes für 2019/2020
  • Beteiligung von Menschen mit Behinderungen und ihrer Verbände an der Umsetzung und Fortschreibung

2. Behindertengleichstellungsgesetz

Voraussetzung für ein inklusives Niedersachsen ist auch ein niedersächsisches Behindertengleichstellungsgesetz (NBGG), das an die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) angepasst ist. Das ist bislang nicht erfolgt.

Der SoVD fordert:

  • die Novellierung des NBGG und Anpassung an die UN-BRK
  • Beteiligung von Menschen mit Behinderungen und ihrer Verbände

3. Inklusive Schule

Niedersachsen hat zum Schuljahr 2013/2014 die inklusive Schule eingeführt. Der SoVD hat das sehr begrüßt, auch wenn an einigen Punkten Nachbesserungsbedarf gesehen wurde. Mittlerweile scheint die Große Koalition in Niedersachsen die schulische Inklusion aufgeschoben zu haben: Die Politik hat eine „Verlängerung des Übergangs“ angekündigt – für den SoVD ein großer Rückschritt in Sachen Inklusion.

Der SoVD fordert:

  • Stärkung der inklusiven Schule
  • Erstellung eines Gesamtkonzeptes zur Umsetzung der Inklusion in der Schule mit schrittweiser Auflösung der Förderschulen
  • eine bedarfsdeckende personelle und finanzielle Ausstattung



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